Hindernisse für die Weiterentwicklung des IoT identifizieren und lösen
In gewisser Weise erinnert das Internet der Dinge an einen Eisberg. Wir alle können die sichtbaren Aspekte dieses Konzepts erleben, wie zum Beispiel die Haus- und Büroautomation, oder die intelligenten Gadgets und Wearables. Die Infrastruktur dahinter ist jedoch um wesentlich komplexer. Das wahre Potenzial des IoT liegt in seiner beispiellosen Skalierungsfähigkeit: Umfangreiche Sensor-Arrays liefern wichtige Erkenntnisse, die an Cloud-Computing-Ressourcen weitergeleitet und dort analysiert werden.
Diese neuen vom IoT angetriebenen, beispiellosen Möglichkeiten im großen Maßstab führen jedoch auch zu neuen Problemen im Handel und in der Logistik. Während Organisationen in der Größe von IBM oder Intel oder – zunehmend – Regierungsstellen über die Ressourcen zur Durchführung dieser Projekte verfügen, sind die meisten Unternehmen einfach nicht groß genug, um diesen Wandel ganz allein stemmen zu können.
In diesem Artikel diskutieren wir, mit welchen Herausforderungen Organisationen, die große IoT-Projekte starten möchten – oder von ihren Kunden dazu aufgefordert werden, IoT-Ressourcen zur Verfügung zu stellen –, konfrontiert sind. Außerdem betrachten wir die Lösungen näher, die aktuell entwickelt werden, um diese Probleme anzugehen. Eine entscheidende Rolle kommt hierbei den Initiativen von Regierung, Kommunen und Städten zu, Organisationen zusammenbringen, die normalerweise nicht zusammenarbeiten.
Im nächsten Schritt differenzieren wir diese Sichtweite weiter, indem wir ein Thema von gleichwertiger Bedeutung diskutieren: die zugrundeliegenden Technologien, die diese Großprojekte ermöglichen.

Abb.1: Die Anzahl der Unternehmen mit mehr als 50.000 angeschlossenen aktiven Geräten hat sich nach einer Umfrage von Vodafone in den vergangenen 12 Monaten verdoppelt (veröffentlicht in The Manufacturer am 29.09.2017)
Herausforderungen der Entwicklung des IoT
Sinan Ozmen von „IoT Solutions and Services“ hat die vielen Hindernisse beschrieben, die bei der flächendeckenden Einführung von IoT-Diensten bestehen. Zu diesen gehören der Mangel an erfahrenen Entwicklern, fehlende Interoperabilität und Standardisierung der Systeme, Lieferantenabhängigkeit und die damit verbundenen hohen Kosten. Mehrere Aspekte des IoT, wie die allgegenwärtige Kommunikation, Skalierbarkeit, Interoperabilität, Sicherheit, Wartung und Support, erfordern hochspezialisierte und hochspezifische Lösungen.
Alle Phasen der IoT-Dienste, von der Idee bis zum kommerziellen Rollout, stecken noch immer voller Herausforderungen und es sind zahlreiche Interessengruppen beteiligt: Serviceentwickler, Dienstleister, Infrastrukturanbieter, Bediener, Gerätehersteller, Integratoren und vor allem Endverbraucher. Die Interaktionen zwischen den Interessengruppen während des Aufbauprozesses einer kommerziellen IoT-Lösung sind aktuell sehr komplex.
Viele Lösungs- und Plattformanbieter stellen nur einen Aspekt der Infrastruktur bereit, zum Beispiel das Geräte- oder Anwendungsmanagement, die Vernetzung, Datenspeicherung, Sicherheit oder Datenanalyse. Was fehlt, ist eine zentrale Plattform, die diese unterschiedlichen Lösungen verbindet und zusammenbringt. Dies wird durch die große Zahl an Lieferanten von Komponenten und fehlenden Standards behindert, was komplexe Integrations- und Kompatibilitätsprobleme bei den Software- und Hardware-Komponenten des IoT-Ökosystems nach sich zieht.
Die große Anzahl an Edge Devices wie z. B. intelligente Sensoren und Aktoren, führt ebenfalls zu Problemen. IoT-Anwendungen sind auf Cloud-basierte Datenerfassung, -speicherung und -analyse sowie Entscheidungsfindung angewiesen. So entsteht ein intensiver Datenverkehr, was wiederum eine hohe Bandbreite und Prozessleistung erfordert, die von vielen aktuellen Verarbeitungsstandorten nicht angeboten werden können.
Das Thema Sicherheit ist ein weiterer wichtiger Punkt, da die direkte Verbindung zwischen Knoten und Cloud allzu oft eine Schwachstelle im System, das die persönlichen Daten von Kunden und die Big Data von Unternehmen verarbeitet, darstellt. Die zentralisierte Datenerfassung und -speicherung macht kritische private und geschützte Benutzerdaten verwundbar, schafft Sicherheitslücken und gefährdet den Datenschutz. IoT-Serviceanbieter müssen die Datenspeicherung und den Datenschutz garantieren und zugleich die Daten zugänglich machen, speziell für die Schlüsselbranchen wie Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen.
In einem Artikel auf CMS Wire mit dem Titel „Seven big problems with the IoT“ (Sieben große Probleme mit dem IoT) wird ein Papier von Gartner mit dem Titel „The impact of the IoT on data centers“ (Die Auswirkungen des IoT auf Rechenzentren) besprochen. Der Artikel diskutiert das oben genannte Datenvolumen und die Sicherheitsprobleme und ermittelt, wie Rechenzentren auf diese Herausforderungen reagieren können. Die bestehenden WAN-Verbindungen von Rechenzentren wurden für den moderaten Bandbreitenbedarf gebaut, die vor der IoT-Technik galten. Das IoT wird die Anforderungen an die Bandbreite erheblich erweitern. Die Speicherung von Daten an einem einzigen Ort wird künftig wirtschaftlich nicht mehr rentabel sein. Im Gegensatz zu den jüngsten Trends hin zur Zentralisierung, um Kosten zu sparen und die Sicherheit zu verbessern, werden Unternehmen künftig gezwungen sein, die Daten in mehreren verteilten Rechenzentren zu aggregieren um ausreichend Rechenleistung bereitzustellen.
Mehrere große Unternehmen haben diesen Prozess bereits gestartet. IBM zum Beispiel erhöht die Zahl seiner Rechenzentren kontinuierlich und betreibt diese auf der ganzen Welt.
Lösungen durch Zusammenarbeit: Kommunen und Technologieanbieter
Kommunen und Städte stehen bei der Lösung von langjährigen städtebaulichen Fragen durch infrastrukturelle IoT-Systemen neuen Chancen und Herausforderungen gegenüber. Die meisten Verantwortlichen haben erkannt, dass ihre Abteilung solche Projekte nicht allein stemmen kann. Im Dezember 2016 trafen sich Berater und Lieferanten in Boston auf dem Smart Cities Summit von Massachusetts, um diese Probleme und deren Lösung zu diskutieren.
- Zum Beispiel verlor die Stadt Chicago über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg rund 735 Millionen US-Dollar durch Sachschäden aufgrund von Überschwemmungen. Nachdem die Entscheidung für die Implementierung einer IoT-Lösung gefällt wurde, stellte die Abteilung der Stadtverwaltung Innovation & Technology (DIT) zur Unterstützung eine Gruppe von Partnern zusammen. Zu diesen gehörten:
- City Digital, ein Smart City Accelerator, der Universitäten, Unternehmen und Städte zusammenbringt.
- Microsoft, Senformatics, West Monroe Partners, Opti und AECOM.
- Dank breit verteilter Sensoren und Cloud-basierter Analysen kann die Stadt heute den Boden und dessen Fähigkeit, Niederschläge zu absorbieren und zu filtern, überwachen.
überwachen. Das National Institute of Standards and Technology (NIST) fragte, wie die zahlreichen Plattformen der Anbieter integriert werden. Der CIO von Chicago DIT sagte, dass die Lösung in der Standardisierung zu finden sei. Auf diese Weise konnten sie im Laufe der Zeit Lösungen von verschiedenen Anbietern kaufen, ohne sich Gedanken über die Integration und Wartung machen zu müssen. Ein Associate Director des NIST betonte, wie wichtig eine Einigung zwischen Kommunen und Dienstleistern sei. Es müsse an einem Strang gezogen werden, damit die Kommunen die Innovationsfähigkeit der Dienstleister optimal für sich nutzen könnten.
Die Dienstleister waren sich ebenfalls bewusst, dass eine Zusammenarbeit notwendig ist. Der Vice President der Abteilung für Smart Communities bei Verizon gab zu bedenken, dass es nicht eine Einzellösung – bzw. nur einen Anbieter – für alles gibt. Damit die Städte und Kommunen wirklich profitieren können, benötigen sie ein Konsortium an Partnern, die ihnen die richtige Lösung für das richtige Problem anbieten.
Nach erfolgreicher Zusammenarbeit der Dienstleister und Ermittlung der idealen Kombination an Technologien durch die Städte ist es wichtig, an jene zu denken, die die Technologie umsetzen, sowie an alle, die die Daten schlussendlich nutzen. In einem weiteren Beispiel brachte die Stadt Seattle ihr gesamtes IT-Personal Anfang des Jahres 2016 in einer Abteilung zusammen. Durch die Neustrukturierung wurden unkoordinierte, ineffiziente Aktivitäten des Silo-Denkens eliminiert und dem neu gebildeten Team ermöglicht, einen einzelnen strategischen Plan für die Stadt zu entwickeln. So entstand eine Stadtverwaltung, in der die IT-Abteilungen bei der Identifizierung von Lösungen zur Erfassung von Daten zusammenarbeiten, um eine Entscheidungsfindung in Echtzeit zu ermöglichen und Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit in Seattle sicherzustellen, während zugleich die Privatsphäre und persönlichen Daten geschützt werden.
Vor allem aber ist es wichtig, auch die Ansichten der Menschen, die letztlich durch die Implementierungen beeinflusst werden, zu berücksichtigen: die Bewohner der Stadt. Die CIO und Executive Vice President des U.S. Postal Service sagte, dass die Vorteile der Smart
Cities und der von ihnen generierten Daten für den durchschnittlichen Bürger eventuell keinen Sinn ergeben. Sie fügte hinzu, dass es entscheidend sei, mit der Öffentlichkeit ins Gespräch zu treten und sicherzustellen, dass die Menschen den Zweck der Projekte und die Vorteile der Smart City verstehen.
Der Marketing Director of IoT von Harman International fasste dies durch den Kommentar zusammen, dass es beim Aufbau einer Smart City wichtig sei, „den Bürger in das Zentrum der Gleichung zu stellen und eine Erfahrung anzubieten, mit welcher das Leben in dieser Stadt unvergesslich und nützlich wird.“
Die zugrundeliegende Technologie
Wir haben gesehen, dass die erfolgreiche Implementierung von IoT-Großprojekten von vielen Akteuren und Technologien abhängt. Drei Kernbereiche der Technologie sind jedoch besonders hervorzuheben: die Edge Devices (intelligente Sensoren und Aktoren), die Datenverarbeitung und -analyse sowie die kabelgebundenen und drahtlosen Internetkanäle, die diese verbinden. Im Folgenden betrachten wir diese drei Bereiche näher.
Edge Devices
Das Internet of Food & Farm 2020 (IoF2020) ist ein aktuell laufendes, extrem großes IoT-Projekt, das zum Ziel hat, das Potenzial der IoT-Technologien für die europäische Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie zu ermitteln. Auch dieses Projekt basiert wie alle IoT-Projekte sehr stark auf Kommunikationstechnologien und Cloud-basierter Datenverarbeitung und -analyse. Bemerkenswert ist jedoch die große Anzahl und Vielfalt an Edge Devices, die in diesem Projekt genutzt werden.
Das IoF2020-Projekt sieht das Potenzial des IoT in seinem „smarten Netzwerk an Sensoren, Aktoren, Kameras, Roboter, Drohnen und anderen vernetzten Geräten, mit welchen eine beispiellose Steuerung und Automatisierung des Entscheidungsfindungsprozesses möglich ist!“. Das Ziel des Projekts ist, die Präzisionslandwirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen und einen entscheidenden Entwicklungsschritt beim Aufbau einer nachhaltigen Lebensmittelkette zu machen, wodurch höhere Erträge und Produkte besserer Qualität realisiert werden können. Die Nutzung von Pestiziden und Dünger wird zurückgehen und die Gesamteffizienz optimiert, während eine bessere Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln zu einer besseren Lebensmittelsicherheit führt.
Das IoF2020 ist Teil des „Horizon 2020 Industrial Leadership“ und wird von der Europäischen Kommission mit einem Budget von 30 Millionen Euro unterstützt. Das IoF2020 hat den Aufbau eines nachhaltigen Innovationssystems zum Ziel, um die Einführung von IoT-Technologien zu fördern. Dementsprechend sind neben den wichtigsten Interessengruppen der Lebensmittelkette auch Technologiedienstleister, Softwareunternehmen und akademische Forschungseinrichtungen an dem Projekt beteiligt.
Das Projekt umfasst 19 Anwendungsfälle aus fünf Bereichen: Ackerbau, Milchwirtschaft, Obst, Fleisch und Gemüse. Folgende Anwendungsbereiche sind bei der Edge-Device-Nutzung besonders hervorzuheben:
Ackerbau: In Europa steht der Ackerbau in Sachen Ressourceneffizienz, Umweltschutz, Transparenz und Lieferkettenoptimierung vor wachsenden Herausforderungen. Darum zielt ein Anwendungsfall auf die Unterstützung der Landwirte bei der effizienten Verwaltung ihres Betriebs und einer gleichzeitigen Schonung der Umwelt ab. Der Anwendungsfall zeigt, wie die Daten von verschiedenen Sensortypen (Bodenfeuchte, organische Substanzen im Boden, Klima usw.) verwendet werden können, um Erträge zu prognostizieren, Verwaltungszonen zu definieren und Aufgabenkarten für Roboter und andere landwirtschaftliche Geräte (z. B. variable Anwendung von Herbiziden, Wasser und Düngemittel) vorzubereiten. Der Anwendungsfall prüft außerdem, wie die Daten innerhalb der Lieferketten zur gemeinsamen Nutzung ausgetauscht werden können.
Die IoT-Geräte werden zudem mit bestehenden Sensor-Netzwerken wie Erdbeobachtungssystemen, Pflanzenwachstumsmodelle, Werkzeugen zur Analyse der Ertragslücke und relevanten Datenbanken verknüpft.

Abb.2: Der Ackerbau steht vor wachsenden Anforderungen und Herausforderungen – Abbildung von pxhere
Milchwirtschaft: Um auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben, muss die europäische Milchwirtschaft ihre Produktionsprozesse optimieren. Die Studie zur Milchwirtschaft geht diese Herausforderung an, indem sie Echtzeit-Daten von Sensoren in GPS-Halsbändern mit maschinellen Lerntechnologien und Cloud-basierten Diensten kombiniert, um in der Lieferkette der Milchwirtschaft einen Mehrwert zu schaffen.
So können Daten, die bei der Fütterung der Kühe erfasst werden, bereits zu einem frühen Zeitpunkt Hinweise auf gesundheitliche Probleme liefern. Zudem ermöglichen die bereits vorhandenen, gesammelten Daten eine optimale Einstellung der Sensoren, und somit eine hoch effektive Überwachung der Milchqualität aus der Ferne.

Abb. 3:GPS-Modul mit Antenne, auf Basis der SiRFStar IV GPS Engine

Abb.4: Die Produktion frischer Tafeltrauben kann durch IoT-Technologien verbessert werden – Abbildung von pixabay

Abb. 5: Fortschrittliche Unkrautentfernungsmaschinen nutzen automatische Bildverarbeitungsanwendungen, um die Ernte von Unkraut zu unterscheiden – Abbildung von Wikimedia
Datenverarbeitung und -analyse
Die Datenanalyse und noch aktueller Big Data sind nicht neu oder auf das IoT beschränkt. Das IoT erzwingt jedoch einen Wandel aufgrund zweier Aspekte: das nie dagewesene Datenvolumen, das große Sensor-Arrays erzeugen, und deren unstrukturierte Form. Datenströme, die von Sensoren in Echtzeit und manchmal unvorhersehbar übermittelt werden, sind weniger kontrollierbar und erfordern mehr Rechenleistung als Daten, die von Benutzern in Formularen oder Tabellen eingegeben werden.
Es gibt jedoch neue Techniken, mit welchen diese neuen Herausforderungen bewältigt werden können. Hadoop-Cluster und verwandte Technologien können zum Beispiel Arbeitslasten verarbeiten, die zuvor nicht möglich waren.
Hadoop ist ein Java-basiertes Open-Source-Framework, mit welchem die Verarbeitung und Speicherung von extrem großen Datensätzen in einer verteilten Computerumgebung möglich ist. Es ist Teil des Apache-Projekts und wird von der Apache Software Foundation gesponsert.
Mit Hadoop können Anwendungen auf Systemen mit tausenden von Standard-Hardwareknoten ausgeführt und tausende Terabytes an Daten verarbeitet werden. Das verteilte Dateisystem ermöglicht schnelle Datenübertragungsraten zwischen den Knoten. Zudem kann das System auch bei Ausfall eines Knotens weiter betrieben werden. Dieser Ansatz verringert die Gefahr von katastrophalen Systemausfällen und unerwarteten Datenverlusten, selbst wenn eine große Anzahl von Knoten funktionsunfähig werden sollte. Folglich hat sich Hadoop schnell als Grundlage für Verarbeitungsaufgaben von Big Data entwickelt und kommt zum Beispiel bei wissenschaftlichen Analysen, Geschäfts- und Vertriebsplanungen zum Einsatz und verarbeitet enorme Mengen an Sensordaten von IoT-Geräten und anderen Quellen.
Organisationen können die Hadoop-Komponenten und unterstützende Software-Pakete in ihren lokalen Rechenzentren bereitstellen. Die meisten Big-Data-Projekte hängen jedoch vom kurzfristigen Gebrauch beträchtlicher Computerressourcen ab. Dieser Anwendungstyp ist am besten für hochgradig skalierbare öffentliche Cloud-Services wie Amazon Web Services (AWS), Google Cloud Platform und Microsoft Azure geeignet. Anbieter öffentlicher Clouds unterstützen oft Hadoop-Komponenten über Basisdienstleistungen wie AWS Elastic Compute Cloud und Simple Storage Service-Instanzen. Es gibt jedoch auch Dienste, die speziell auf Hadoop-Aufgaben zugeschnitten sind, wie AWS Elastic MapReduce, Google Cloud Dataproc und Microsoft Azure HDInsight.
Als Software-Framework umfasst Hadoop zahlreiche funktionale Module. Hadoop nutzt als Minimum Hadoop Common als Kernel, um die wichtigen Bibliotheken des Frameworks bereitzustellen. Zu den anderen Komponenten gehören das Hadoop Distributed File System (HDFS), auf welchem die Daten auf tausenden Standard-Servern gespeichert werden können, um zwischen den Knoten eine große Bandbreite zu erreichen, Hadoop Yet Another Resource Negotiator (YARN), das Ressourcenmanagement und -planung für Benutzeranwendungen bietet, und Hadoop MapReduce, das ein Programmierungsmodell für verteilte Datenverarbeitung im großen Maßstab zur Zuordnung von Daten und deren Reduktion auf ein Ergebnis anbietet.

Abb.6: Hadoop Logo – Bild von Flickr
Drahtlose Internetverbindung
Lichtmasten werden auf innovative Weise genutzt, um Stadtumgebungen zu vernetzen. Laut dem Ericsson Mobility Report wird erwartet, dass der Traffic mobiler Daten bis 2020 um das Neunfache wächst und die aktuelle Telekommunikations-Infrastruktur aufgrund der Schwierigkeiten beim Erwerb von Grundstücken für die Aufnahme von Infrastruktur in dichten städtischen Gebieten Probleme haben wird, diese Nachfrage zu erfüllen. Um diesem Wachstum an Traffic gerecht zu werden, lagern Mobilfunkbetreiber die Daten auf verteilte kleine Zellen aus. Es wird erwartet, dass die Mobilfunkbetreiber bis 2020 40 – 50 % der Datenkapazität für LTE (4G) und Hochgeschwindigkeits-Wi-Fi auslagern werden. Wenn mehrere Dienstleister dieselbe Infrastruktur nutzen, liegen die Schätzungen bei über 50 % des 4G/5G-Traffics, der ausgelagert wird.
Diese kleinen Zellen werden normalerweise auf ihren eigenen Masten gehostet. Siemens und Philips haben nun eine innovative Lösung entwickelt, die kleine Zellen und intelligente Beleuchtungsinfrastruktur zusammenbringen. Die regelmäßige und dichte Verteilung der Lichtmasten in städtischen Gebieten bietet einen idealen Rahmen für Netzwerke von kleinen Zellen. Künftig kann diese gesteigerte und kontinuierliche Vernetzung auch für eine vereinfachte Bereitstellung autonomer Fahrzeuge herangezogen werden.
Projekt „Bristol is Open“ – eine IoT-Kommunikationsmöglichkeit für langfristige Entwicklungspartner: Das Projekt „Bristol is Open“ ist ein Joint Venture zwischen der Universität Bristol und der Stadtverwaltung. Das Projekt hat eine hochmoderne digitale Forschungsinfrastruktur in der gesamten Stadt entwickelt. Das Netzwerk besteht aus einer superschnelle Breitbandverbindung und einem IoT-„Mesh“-Netzwerk von Access Points, die sich an 1.500 Lichtmasten in der ganzen Stadt befinden. Es nutzt selbstregulierende, fortschrittliche Drahtlostechnologien zur Erweiterung der Vernetzung. Es wurde entwickelt, um eine Vielzahl an Anwendungen mit geringer Bandbreite, wie z. B. Sensoren, zu unterstützen.
Das Mesh-Netzwerk ermöglicht die Implementierung von skalierbaren IoT-Anwendungen und stellt Netzwerkbetreibern, Anwendungsentwicklern und Geräteherstellern eine Prüfeinrichtung zur Verfügung. Die Partner in diesem Projekt werden in der Lage sein, zu forschen und neue Lösungen zu entwickeln, um die Herausforderungen des modernen Lebens anzugehen. Hierbei können zum Beispiel die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation oder Technologien des Internets der Dinge zum Einsatz kommen, um komplexe Verkehrszeichen zu steuern oder die Gesundheit der Bürger zu überwachen. Letztlich möchte das Projekt eine offene programmierbare Stadt erschaffen, auf deren Basis neue Lösungen entwickelt werden, um die Funktion der Stadt zu verbessern.
Schlussfolgerungen
Es besteht keinen Zweifel daran, dass das IoT in der Lage ist, durch die Kombination von Sensor-Arrays, Datenaggregation und -analyse nie dagewesene Einblicke in viele industrielle, landwirtschaftliche, infrastrukturelle, medizinische und andere Prozesse zu geben. Während die Skalierbarkeit einer der Erfolgsfaktoren ist, kann sie jedoch auch ein Hindernis für die Fortentwicklung sein. Großprojekte können viele technische und finanzielle Probleme nach sich ziehen, unter anderem inkompatible Produkte und Technologien, Mangel an Expertise zur Lösung von Problemen mit der Interoperabilität und zur Durchführung der Entwicklung, Prüfung und Installation sowie Mangel an Management- und Finanzressourcen zur Koordinierung und Finalisierung der Umsetzung.
Obwohl diese Schwierigkeiten bestehen und von vornherein berücksichtigt werden müssen, können sie überwunden werden. Die Aussicht auf die zahlreichen Vorteile motiviert viele Organisationen, sich den Herausforderungen zu stellen und in die Ressourcen zu investieren, die für die Umsetzung der gewünschten Ziele erforderlich sind. Sie tun es entweder selbst oder stellen ein Team von geeigneten Akteuren mit sich ergänzenden Fähigkeiten zusammen. Einige staatliche Organisationen sehen sich selbst eventuell eher als Katalysatoren, welche die Interaktionen zwischen Dritten fördern, um neue Wege zu gehen und Resultate zu erzielen. Wie wir in diesem Artikel gesehen haben, können sich solche Aktivitäten von stadtweiten Infrastrukturinitiativen bis zu Projekten auf ganze Kontinente erstrecken, wie zum Beispiel das europaweite Projekt IoF2020 Internet of Food & Farm, das wir oben beschrieben haben.
In jedem Fall gibt es Anzeichen dafür, dass die Bemühungen um ein hochskaliertes Internet der Dinge weitergehen werden. Die zu Beginn des Artikels erwähnte Umfrage von Vodafone stellte außerdem fest, dass 67 % der befragten großen Unternehmen betonten, dass die Nutzung von IoT zu erheblichen Geschäftsrenditen führt. 66 % aller Unternehmen stimmten zudem darin überein, dass die digitale Transformation ohne das IoT nicht möglich ist.
Referenzen
https://www.linkedin.com/pulse/iot-large-scale-adoption-challenges-sinan-ozmen-pmp
http://www.cmswire.com/cms/internet-of-things/7-big-problems-with-the-internet-of-things-024571.php
http://internetofthingsagenda.techtarget.com/news/450404467/Building-a-smart-city-It-takes-a-village
http://www.uilabs.org/innovation-platforms/cities-infrastructure
https://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/en/h2020-section/industrial-leadership
https://www.iof2020.eu/trials/arable/within-field-management-zoning
https://www.iof2020.eu/trials/dairy
https://www.iof2020.eu/trials/fruits
https://www.iof2020.eu/trials/vegetables/added-value-weeding-data
http://searchcloudcomputing.techtarget.com/definition/Hadoop
IOTuk Report, „The future of street lighting“, S. 21. Erhältlich als Download auf https://iotuk.org.uk/future-street-lighting-report
IOTuk Report, „The future of street lighting“, S. 23. Erhältlich als Download auf https://iotuk.org.uk/future-street-lighting-report
Identifying and resolving constraints to the IoT’s future progress. Datum der Veröffentlichung: 15. Dezember 2017 von Farnell